Technology/13. Oktober 2026/4 min read

Was ist ein Prompt? Einfach erklärt, mit Beispielen

Ein Prompt ist die Anweisung, die Sie einer KI geben. Einfach erklärt, mit fünf Prompt-Beispielen für Praxis, Kanzlei und Büro und was nicht hineingehört.

Was ist ein Prompt? Einfach erklärt, mit Beispielen

Ein Prompt ist die Anweisung oder Frage, die Sie einer KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini eintippen. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Aufforderung". Je klarer der Prompt, desto brauchbarer die Antwort. Ein guter Prompt sagt der KI, wer sie sein soll, was sie tun soll, mit welchem Material und in welcher Form das Ergebnis aussehen soll. Das braucht keine Technik, nur eine präzise Beschreibung.


Ein Vergleich aus dem Alltag

Stellen Sie sich vor, Sie geben einer neuen Aushilfe einen Auftrag. „Mach mal was zu dem Brief" führt zu irgendetwas. „Kürze diesen Brief auf eine halbe Seite, freundlicher Ton, die Frist am 30. November muss drin bleiben" führt zu dem, was Sie wollen.

Eine KI ist wie diese Aushilfe: sehr schnell, sehr fleißig, aber sie kennt weder Ihre Praxis noch Ihre Vorlieben. Alles, was sie wissen soll, muss im Prompt stehen.


Ein Beispiel aus der Kanzlei

Ein erfundenes Beispiel: Rechtsanwältin Sarah Lorenz aus Bremen möchte einem Mandanten erklären, wie ein Mahnverfahren abläuft.

Schwacher Prompt: „Erkläre das Mahnverfahren." Ergebnis: ein langer, allgemeiner Text voller Fachbegriffe.

Guter Prompt: „Du bist Rechtsanwältin. Erkläre einem Mandanten ohne juristische Vorkenntnisse in maximal 150 Wörtern, wie ein gerichtliches Mahnverfahren in Deutschland abläuft. Nutze eine nummerierte Liste mit den Schritten. Kein Fachjargon." Ergebnis: ein kurzer, verständlicher Text, den sie nur noch prüfen und anpassen muss.


Die vier Bausteine eines guten Prompts

  1. Rolle: Wer soll die KI sein? („Du bist Steuerberaterin …")
  2. Aufgabe: Was genau soll sie tun? („Fasse zusammen", „Formuliere um", „Finde Widersprüche")
  3. Kontext und Material: Worauf soll sie sich stützen? Ein Text, ein Dokument, Ihre Stichpunkte.
  4. Format: Wie soll das Ergebnis aussehen? Länge, Ton, Liste oder Fließtext, Sprache.

Ein Tipp, der fast immer hilft: Schreiben Sie dazu, was die KI tun soll, wenn sie etwas nicht weiß („Wenn eine Angabe im Text fehlt, schreibe ‚nicht angegeben'"). Das senkt das Risiko erfundener Antworten, siehe KI-Halluzination.


Prompt-Beispiele für Praxis, Kanzlei und Büro

Alle Beispiele sind Vorlagen. Ersetzen Sie die Teile in eckigen Klammern.

1. Arztpraxis: Patienteninformation „Du bist Hausärztin. Schreibe ein Infoblatt für Patienten über [Thema, zum Beispiel Bluthochdruck], in einfacher Sprache, maximal eine Seite, mit drei Tipps für den Alltag. Keine Dosierungsangaben."

2. Kanzlei: Vertrag zusammenfassen „Fasse den folgenden Vertrag in fünf Stichpunkten zusammen: Parteien, Laufzeit, Kündigungsfrist, Haftung, Besonderheiten. Nenne zu jedem Punkt die Klausel. Wenn etwas fehlt, schreibe ‚nicht geregelt'. [Vertragstext]"

3. Steuerkanzlei: Mandantenanschreiben „Formuliere eine freundliche E-Mail an einen Mandanten, der noch Belege für die Steuererklärung schicken muss. Ton: höflich, aber klar. Frist: [Datum]. Maximal 120 Wörter."

4. Büro: Protokoll aus Stichpunkten „Mache aus diesen Stichpunkten ein Besprechungsprotokoll mit den Abschnitten Teilnehmende, Ergebnisse, Aufgaben (wer, was, bis wann). Erfinde nichts dazu. [Stichpunkte]"

5. Alle: Text prüfen lassen „Lies den folgenden Text wie ein kritischer Kollege. Nenne die drei größten Schwächen und schlage jeweils eine bessere Formulierung vor. [Text]"


Was nicht in einen Prompt gehört

  • Namen, Geburtsdaten, Adressen von Patientinnen, Mandanten oder Beschäftigten, solange nicht geklärt ist, was der Anbieter mit Ihren Eingaben macht.
  • Versichertennummern, Aktenzeichen, Kontodaten. Diese Angaben identifizieren eine Person sofort.
  • Passwörter und Zugangsdaten. Nie, bei keinem Werkzeug.
  • Geschäftsgeheimnisse wie Preiskalkulationen oder Strategiepapiere in einem privaten Gratis-Konto.

Oft brauchen Sie diese Angaben gar nicht. „Patientin, 54 Jahre, Typ-2-Diabetes" reicht für die meisten Fragen.


Was das für vertrauliche Daten bedeutet

Ein Prompt ist nicht nur eine Frage. Er ist eine Datenübermittlung an den Anbieter. Praktischer Tipp: Schreiben Sie Ihre Prompts so, dass sie auch ohne Namen funktionieren, und nutzen Sie für echte Fälle nur ein Werkzeug mit Auftragsverarbeitungsvertrag.

Selbst ohne Namen bleibt ein Rest. Die DSGVO schützt nur, was sich auf eine bestimmbare Person bezieht. Darf ein Anbieter Ihre Eingaben weiterverwenden, können anonymisierte Inhalte legal gebündelt und verkauft werden. Wie das konkret aussieht, zeigt die Datenspur.

Wysor ist ein privater KI-Arbeitsbereich mit mehreren Modellen (GPT, Claude, Gemini und weitere). Wysor nimmt sich keine Lizenz zur Weiterverwendung Ihrer Inhalte, trainiert nie damit und verkauft sie nie. Jeder angebundene KI-Anbieter arbeitet mit Zero Data Retention: verarbeitet, dann gelöscht.


Häufige Fragen

Was ist ein Prompt einfach erklärt? Ein Prompt ist die Eingabe, mit der Sie einer KI sagen, was sie tun soll. Das kann eine Frage sein, eine Anweisung oder ein Text mit einer Aufgabe dazu.

Wie schreibe ich einen guten Prompt? Nennen Sie Rolle, Aufgabe, Material und gewünschtes Format. Seien Sie konkret bei Länge und Ton, und sagen Sie der KI, was sie tun soll, wenn eine Information fehlt.

Was ist Prompt Engineering? So nennt man das gezielte Formulieren und Testen von Prompts, damit eine KI verlässlich gute Ergebnisse liefert. Für den Alltag reichen die vier Bausteine oben.

Kann ich einen Prompt speichern und wiederverwenden? Ja. Viele Werkzeuge erlauben feste Anweisungen für einen eigenen Assistenten. Wie das geht, lesen Sie in Eigene KI erstellen.


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